Mehr Mobilität auf dem Land schaffen

Kreis unterstützt Kommunen bei der Planung von Bürgerbusprojekten

Wetzlar/Dillenburg/Herborn (ldk): In einigen Gemeinden sieht man sie bereits seit Jahren durch Nebenstraßen fahren. Andere Kommunen wollen jetzt auch ran an das Thema. Bürgerbusse sind voll im Trend. Sie verkehren ergänzend zum ÖPNV, sind offen für alle Bürgerinnen und Bürger, ermöglichen die individuelle Erschließung von bislang schlecht erreichbaren Zielen und fahren ausgerichtet am Bedarf der Menschen vor Ort.

Bei einem Treffen von Vertretern der zehn interessierten Kommunen im Kreishaus des Lahn-Dill-Kreises ging es um das aktuelle Förderprogramm für Bürgerbusse in Hessen. Gemeinsam mit der Landesstiftung "Miteinander in Hessen" informierte die Mobilitätsmanagerin des Lahn-Dill-Kreises, Nadine Lublow, über die Förderbedingungen und was bei der Erstellung eines Betriebskonzeptes für einen Bürgerbus zu beachten ist. "Es ist schön, dass wir heute zusammen mit Vertretern des lokalen ÖPNV und aus den Kommunen zusammen überlegen, wie wir die Bürgerbusse in das bestehende öffentliche Verkehrsnetz der Gemeinden integrieren", sagt Lublow. Kira Lampe, Geschäftsführerin der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil (= lokaler ÖPNV), unterstrich während der Veranstaltung deutlich den Ergänzungscharakter eines Bürgerbusses. Es gehe bei diesem Projekt nicht darum, einen Ersatzverkehr zu schaffen. Vielmehr sollen Gebiete im ländlichen Raum, in denen der konventionelle ÖPNV den Bedarf nicht ausreichend bedienen kann, besser abgedeckt werden.

"Miteinander in Hessen"

Der zentrale Fördergrundsatz der Landesstiftung lautet: Das Busfahren ist für die Bürgerinnen und Bürger gratis und der Betrieb wird durch ehrenamtliche Fahrer sichergestellt. Wesentlicher Baustein ist darüber hinaus die Nachhaltigkeit. Das bedeutet, die Kommune hat genügend Mittel, um ein neues Fahrzeug anzuschaffen, sobald das alte ausgedient hat. Diese Gelder können eingenommen werden durch Sponsoren und Spenden, aber auch durch Werbeflächenvermietung auf den Bussen oder die Vermietung des Fahrzeuges an weitere Nutzergruppen, wie zum Beispiel Vereine oder auch Privatpersonen.

Wie es weitergeht

Überlegungen, ob es ein Linien- oder Rufbuskonzept geben soll, Haltestellen eingerichtet werden oder eine Abholung an der Haustür erfolgt sowie mögliche Kooperationen mit Ärzten, Apotheken, Supermärkten und weiteren Profiteuren, bleiben individuell zu klären. Die Vorhaben werden nun innerhalb der einzelnen Kommunen konkretisiert, so dass im kommenden Jahr wohl einige zusätzliche Busse vom Modell Opel-Vivaro für die Bürger und Bürgerinnen im Lahn-Dill-Kreis unterwegs sein werden. "Es freut uns, dass wir mit der Unterstützung der einzelnen Bürgerbus-Projekte zur Mobilitätssteigerung im Landkreis beitragen können", sagt Umweltdezernent Heinz Schreiber. Es sei ein Gewinn, dass das Mobilitätsmanagement des Lahn-Dill-Kreises die Kommunen bei der Erstellung ihres individuellen Betriebskonzeptes, der Akquise von ehrenamtlichen Fahrern sowie sämtlichen Fragen rund ums Thema unterstütze.

Förderung von Bürgerbussen in Hessen

Mit Blick auf den demographischen Wandel und die gewünschte Selbstbestimmung älterer Menschen, nichtmobiler Menschen bzw. Personen ohne eigenes KFZ im ländlichen Raum fördert die Landesregierung derzeit Bürgerbusprojekte. Hierbei wird ein Kleinbus zu 100% finanziert sowie Materialien für Öffentlichkeitsarbeit, Fahrtrainings und Gesundheitschecks für ehrenamtliche Fahrer subventioniert.